Wanderung nach Küstrin am 24. Mai 2019

Es waren 15 Amazonen und zwei edle Rittersmannen, die sich am 24. Mai anno 2019 auf den Weg machten, die an der Mündung der Warthe in die Oder errichtete Festung Kostrzyn (Küstrin) zu erobern. Ohne Verzögerung konnten sie die gut zweistündige Reise in Lichtenrade antreten und nach Küstrin Kietz fahren. Das Wetter war für diesen Frühlingsanfang schon fast zu warm, und der Fußmarsch zum Eingang in die Festungsanlage am Berliner Tor überraschend ungewohnt anstrengend.

Die nachfolgenden Beschreibungen stammen weitestgehend aus der offiziellen Broschüre des „Freundeskreises Schlösser und Gärten der Mark” 2017 mit Zitaten aus der von Dominika Piotrowska und dem touristischen Handzettel des Museums Kostrzyn. Sie befassen sich eher mit baugeschichtlichen Fakten einer Burg, einem späteren Schloss und der viel später (mitte des 16. Jh.) errichteten Festungsanlage.

Küstrin/Kostrzyn war die ehemalige Hauptstadt der Neumark. Das Stadtzentrum befand sich bis 1945 direkt an dem Fluss Oder, innerhalb einer Festung, deren Herz ein Schloss bildete. Dieses Schloss war der Residenzbau der Hohenzollern in der Neumark. Sein Architekt konnte nicht namhaft gemacht werden. Bekannt ist nur, dass Chiamarella de Gandino einer der Festungsbaumeister von Küstrin war. Die Stadt Küstrin erlebte ihre Blütezeit unter der Regierung des Markgrafen Johann von Brandenburg-Küstrin (1513-1571), der sie 1535 zu der ersten Festung der Neumark machte.

Während der Kriegshandlungen am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde fast die ganze Stadt zerstört. Die Überreste des Schlosses wurden im Jahr 1969 abgerissen. Bis heute sind nur Fundamente der ehemaligen Residenz und Überreste der Portale erhalten geblieben. Von einer Eroberung der Festung” durch das Lichtenrader Trüppchen kann also nicht berichtet werden, denn das gesamte durch Kriegseinwirkungen ruinöse Stadtgebiet innerhalb der Befestigungsanlagen wurde aus Sicherheitsgründen „dem Erdboden gleich” gemacht. Gleichwohl ist ein Besuch der Fundamente des Schlosses und der Marienkirche sowie ein Spaziergang durch die wieder freigelegten (mit den alten Straßennamen beschilderten) Straßen ein unvergessliches Erlebnis. Nicht zu Unrecht wird die Küstriner Altstadt auch das „Polnische Pompeji” genannt. 2007 wurde im rekonstruierten Berliner Tor ein Informationszentrum eröffnet.

Die mittelalterliche Burg war eines der prächtigeren Gebäude innerhalb der späteren (und heute abgerissenen) Altstadt. Sie wurde im nordwestlichen Teil der später entstandenen Festungsanlage, ca. 50 Meter vom Fluss Oder entfernt, gebaut. Möglicherweise geht die Burg schon auf eine Gründung des Templerordens zurück, der 1232 auf diesem Gebiet tätig war, und dem die Gründung eines Marktes zugestanden wird.

Nach dem Templerorden wechselten die Besitzer der Stadt mehrfach. In einer Urkunde von 1323 werden Stadt und Burg als „oppido et castello Custrin” erwähnt, aber ein genaueres Entstehungsdatum bleibt unbekannt. Von 1402 bis 1455 wurde die Neumark vom Deutschen Orden verwaltet, für den die Neumark von besonders großer strategischer Bedeutung war, weil das Gebiet auf dem Weg zwischen dem Deutschordensstaat und dem Reich lag. Wichtig war die Lage der Burg am Fluss, dank deren die schon 1390 entstandene Oderbrücke, die Zollstätte und die westliche Grenze des Ordensstaates vor militärischen Gefahren abgesichert werden konnte. (Die Entstehung des Deutschordensstaates, seine Begründung und Struktur ist ein besonders interessantes Kapitel deutscher Geschichte.)

Die Ordens-Anlage unterlag zahlreichen Bauphasen. Es gibt verschiedene Hypothesen über die Gestalt des mittelalterlichen Burgbaus, jedoch erst die Kriegszerstörungen von 1945 ermöglichten eine Teilrekonstruktion der Burg, deren einzelne Elemente später als Kern für den Bau des Renaissance-Schlosses für Markgraf Johann von Brandenburg-Küstrin dienten. Es ist hier nicht Platz und vielleicht auch nicht genügend baugeschichtliches Interesse, um auf viele Einzelheiten einzugehen.

Von geschichtlich interessierten Besuchern (auch in unserer Gruppe) wird immer wieder die Hinrichtungsstätte des Freundes und Fluchthelfers des Kronprinzen, Hans Hermann v. Katt, nachgefragt. Hinsichtlich des genauen Ablaufs dieses Ereignisses kann ich nur auf die Berichterstattung im Band „Oderland” von Fontanes „Wanderungen” (Kap. ,„Jenseits der Oder, Küstrin”) verweisen.

Nach dieser fand die Hinrichtung wahrscheinlich auf dem Hof der Bastion Brandenburg statt; wie vom Garnisonsprediger Besser berichtet: „Er (von Katt) entkleidete sich selbst bis aufs Hemd, entblößte den Hals, nahm seine Haartour vom Haupte, bedeckte sich mit einer weißen Mütze, welche er zuvor zu dem Ende sich gesteckt hatte, kniete nieder auf den Sandhaufen und rief: , Herr Jesu, nimm meinen Geist auf!’ Und als er solchergestalt seine Seele in die Hände seines Vaters befohlen, ward das erlösete Haupt mit einem glücklich geratenen Streich durch die Hand und das Schwert des Scharfrichters Coblentz vom Leibe abgesondert; ein Viertel auf acht Uhr, den 6. November 1730. Das bei mir einfiel, was stehet 2. Makkabäer 7, Vers 40: ,Also ist dieser fein dahingestorben und hat seinen Trost allein auf Gott gestellt.’ ”

Fontane schreibt weiter: “Wo stand der Kronprinz? Wo fiel Kattes Haupt?”
Diese Fragen, hundertfältig erhoben, sind bis in die neueste Zeit hinein keineswegs auch nur mit annähernder Sicherheit beantwortet worden.

Wegen der Abwägungen und Hypothesen kann ich hier nur auf die zitierte Berichterstattung verweisen. Es gab mehrere Aussagen. Immerhin wurden auch rd. 200 Mann Soldaten zur Absicherung der Örtlichkeiten aufgestellt, so dass eine kleinräumige Hinrichtungsstätte ausgeschlossen war. Bei Fontane gibt es hierzu Skizzen.

Nach einer Besichtigung der Bastionen Brandenburg und Philipp, mit einem Blick auf die hitzeflirrende Oder und einem Rundgang durch die zerstörte Altstadt Küstrin machten wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof Küstrin. Wieder fand ein hitzegeplagter Fußmarsch statt, der kein Ende nehmen wollte. Aber es lockte die ersehnte Atzung und so fand auch dieser Tag noch einen eines weiteren Lobes werten Abschluss. Die Heimfahrt erfolgte dann wiederum ohne nennenswerte Probleme.

Rosi und Karl-Heinz Drescher, alle Teilnehmer dieser Exkursion in die Vergangenheit danken Euch tür die Mühen der Erkundung und Organisation.

Wolfgang Heurich

Wanderung am 16.11.2018 in der Diedersdorfer Heide

Jetzt hat der November kalte ungemütliche Tage, aber am Wandertag hatten 19 Wanderer Glück. Strahlender Sonnenschein und 10 Grad warm, kein Wind, die Blätter leuchteten und raschelten unter unseren Füßen.
Am S-Bahnhof trafen wir uns um 9:30 Uhr und liefen die Prinzessinnenstraße entlang zum Mauerweg. Eine weite Sicht über die Felder, an Birkholz vorbei. Die Spargelfelder waren schon für das nächste Jahr neu aufgeschüttet und mit Folie abgedeckt. Dann durch die Diedersdorfer Heide über den Mahlower Seegraben. Er war noch mit Wasser gefüllt. Am Waldrand machten wir eine Rast und konnten uns auf den Baumstämmen ausruhen. Hier entstand das Gruppenfoto. Weiter ging es durch Kleinbeeren mit vielen neugebauten Häusern. Die Nussallee führte uns durch den Wald über den Lilograben zum Restaurant “Kalimera”, wo wir herzlich empfangen wurden, obwohl wir eine Stunde vor der reservierten Zeit ankamen. Ich hatte eine fröhliche Wandergruppe, mir hat es wieder mal viel Spaß gemacht, euch einen schönen Wanderweg ganz dicht an Lichtenrade zu zeigen.

Eure Rosemarie Diesing

VfL Lichtenrade Logo

Wanderung am 18.08.2018 zum Findlingspark nach Nochten

Trotz der hohen Temperaturen trafen sich 13 Wandersleute am S-Bahnhof Lichtenrade.
Die Fahrt zum Findlingspark dauert gute drei Stunden, alles fuhr pünktlich, was ja heute nicht immer vorkommt.
Um 11 Uhr trafen wir im Park ein und bestellten uns erst mal einen Kaffee. Dann liefen wir in Grüppchen durch den Park, wir waren um 13:30 Uhr zum Essen angemeldet. Die Sonne konnte man mit einem Sonnenschirm einigermaßen ertragen. Auf einer kleinen Anhöhe, einer Alpenlandschaft nachempfunden, entdeckten wir blühenden Enzian und Edelweiß. Es blühten auch noch viele verschiedene Heidekräuter und Gewürzpflanzen. Seltene Bäume hatten Namensschilder von Spendern. Dieser Park ist sehr empfehlenswert, es lohnt sich die lange Anfahrt.

Für die Entstehung war die Vattenfall Europe AG und das Land Sachsen und die Bundesanstalt für Arbeit mit seinen finanziellen Mitteln verantwortlich. Die Idee, eine Parklandschaft mit ausgewählten Gestein zu erstellen, entstand in den 1990er Jahren. Der Findlingspark gewann zweimal den “Green Flag Award”.
Während der Eiszeit wurde Europa von dicken Eisschichten überzogen. Von Skandinavien nach Süden, wo die Findlinge in der Lausitz liegen blieben und beim Tagebau aus den Tiefen geborgen wurden. Daraus entstand dann der wunderbare Findlingspark.

Von 2000 bis 2003 entstand der Lausitzer Findlingspark Nochten aus der Hinterlassenschaften des Braunkohletagebaues. 6000 Findlinge kunstvoll eingebettet in den hügligen Park mit vielen Wegen, Seen und Bäumen. Wir konnten von unserem Essplatz eine kleine Schlange (Ringelnatter) beobachten, die in die Luft schnellte und Fliegen fing.
Wolfgang, unser Wanderleiter, bedankt sich bei euch allen, wir waren wieder eine angenehme Wandertruppe.

Eure Rosemarie Diesing

Wanderung am 8. Juli 2017 – Kolpin See über Binnendüne nach Storkow

Um 9:10 Uhr trafen wir uns am S-Bahnhof Lichtenrade. Mit dem Busersatzverkehr hat alles pünktlich geklappt und Friedrichstraße waren wir mit 14 Personen komplett.
In Fürstenwalde nahm uns der Bus alle mit. Ich hatte schon die Befürchtung, dass der Busfahrer uns nicht alle mitnimmt und ich dann in Fürstenwalde eine Ersatzwanderung mir ausdenken muss. Am Samstag und Sonntag fahren nur zwei Busse, was sind wir doch in Berlin verwöhnt.
Die Fahrt hat uns allen sehr gut gefallen, rechts und links eine hüglige Landschaft mit gelben Kornfeldern und grünen Wäldern.
Meine Wanderung führte uns durch den Wald zum Kolpinsee. Ich hatte eine Schwimmpause eingeplant, aber keiner hatte Lust in den warmen und klaren See zu springen. Na, die Sonne war hinter den Wolken versteckt. Wir wanderten immer durch den Wald und umrundeten den See. Wir hatten schnelle Wanderer dabei und ich musste sie immer wieder zur Umkehr rufen, das nervt.
Für mich der wichtigste Punkt der Wanderung die Binnendüne Waltersberge, wo auch unser Gruppenfoto entstand. Zur Entstehung der Binnendüne:
Die Schmelzwasser des tauenden Eises lagerten die Sedimente ab. Da der Boden noch längere Zeit ohne eine geschlossene Pflanzendecke blieb, wurde der feinkörnige Sand aufgeblasen und es entstand eine der größten Binnendünen Deutschlands. Zu Beginn der 2000er Jahre war nur noch weniger als ein Viertel des Gebietes offene Sandfläche. Am 3. Juni 2010 anlässlich des Tages der Umwelt begann eine erste Ausholzaktion. Wehrpflichtige des Bundeswehrstandorts Storkow und die Naturwacht Dahme-Heidesee, Mitarbeiter der Sielmannstiftung und Schüler des Königswalder Gymnasiums haben Schafe auf die Düne geschickt, die mit dem Sandtrockenrasen sehr gut zurecht kommen. Viele seltene Pflanzen und Tiere sind auf der Düne zu beobachten.
Noch eine kleine Anhöhe und dann ein Stück durch den Wald. Dann erreichten wir das Argentinische Steakhaus mit Blick auf den Storkower See und jeder bestellte aus dem Angebot der reichhaltigen Speisekarte. Irene hatte sogar noch Lust zu einer Schwimmrunde im See. Dann ging es wieder Richtung Heimat und jeder hatte noch viel zu erzählen auf der langen Rückfahrt. Ich freue mich, dass ich euch ein schönes Stückchen Natur zeigen konnte und werde im nächsten Jahr wieder was für euch entdecken, eure Rosemarie.