Gesundheitssportler machen in Politik

Turnusmäßig wie in allen vorangegangenen Jahren war auch in 2019 ein außergewöhnliches Programm mit zwei verschiedenen Schwerpunkten vorgesehen: Politik und Amüsement.

Angeregt, organisiert und auch bezahlt wurde dieses inzwischen allseits beliebte Ereignis durch unseren Lichtenrader CDU-Politiker und MdB (Mitglied des Bundestages) Herr Dr. Jan-Marco Luczak; er hat auch über seine BPA-Betreuer am Geschehen des Tages indirekt stets mitgewirkt. Am Nachmittag – und das wussten wir – war Herr Dr. Luczak selbst präsent und stand sozusagen vor uns “auf der Bühne”.

Oh, wir sind ja schon mitten drin; fangen wir doch lieber ganz von vorn an.

Um 8:15 Uhr versammelten sich am üblichen Treffpunkt P+R Parkplatz Steinstraße in Lichtenrade die an der Fahrt gemeldeten Teilnehmer des VfL-Gesundheitssports. Der Bus kam pünktlich und um 8:32 Uhr konnte das Abenteuer beginnen. Unser etwas wortkarger Busfahrer (wir sind ja anderes gewöhnt) jonglierte uns über fast staufreie Umwege sicher zum Ziel. Es war eine interessante Fahrt durch unser Berlin – Sightseeing inklusive. Solche Strecken durch sog. “freie” Zonen nannten wir früher “Alkoholschnellwege”. Diese Zeiten sind aber schon lange vorbei.

Das erste Ziel des Tages war der BND (Bundesnachrichtendienst) im Besucherzentrum Habersaatstraße. Das war natürlich ein besonderes Highlight. Wir bei James Bond, seiner Majestät oberster Agent … dachten vielleicht manche.

Empfangen und begleitet und informiert wurden wir durch den Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit. Er selbst begann seinen sehr aufschlussreichen Vortrag bzw. die Vorstellung des Amtes mit der nicht gestellten Frage: Lässt sich Geheimdiensttätigkeit und Öffentlichkeit in Einklang bringen. Klar, ganz einfach:

         Das, was wir wissen dürfen, erzählt er,

         das, was wir nicht wissen dürfen, verschweigt er.

Typisch Geheimdienst! Ein Balanceakt für uns, ein “Klacks” für einen routinierten Vertreter des BND.

Der Vortragende hat mit Sachverstand, viel Witz und Humor inkl. einer Prise Ironie das Arbeiten in diesem Hause geschildert. Im Kern heißt das, Informationen sammeln, deuten, bewerten und sie dann an andere Stellen weiterleiten, z.B. an die Bundesregierung oder auch an die Bundeskanzlerin direkt.

Diese Arbeit hat viel mit Praxis, Erfahrung, Wissen und die Kenntnis der Verhältnisse “vor Ort”, also im Ausland, zu tun.

(Die beiden Worte “vor Ort” tauchten regelmäßig auf; ich habe sie 43 mal gezählt, dann habe ich mit dem Zählen aufgehört.)

Alles läuft natürlich nur in Zusammenarbeit, aber strenger Kompetenzverteilung mit anderen Einrichtungen wie Verfassungsschutz, Militärischer Abwehrdienst und Polizei. Hört sich einfach an, ist aber hochkompliziert. Wichtig für uns allein ist die Botschaft: Man kümmert sich um unsere Sicherheit – hier im Lande wie auch anderswo. Ist doch beruhigend, oder?

Die vielen Fragen aus dem Publikum – das waren nämlich wir – wurden ausreichend beantwortet, so dass wir alle mit einem guten Gefühl den Tatort verlassen haben.

Man darf durchaus sagen, dass wir sehr begeistert waren! Deshalb Applaus und Dank an jemanden, der seinen Job versteht und seine Schulaufgaben gut erledigt. Und ich meine hier nicht nur unseren Redner, sondern die Institution selbst.

Anschließend begann des Amüsements erster Teil: Mittagessen im Alt-Berliner Wirtshaus. Natürlich war ebenso hier alles perfekt vorbereitet, keiner musste warten, denn die bedienenden Mädels wussten Bescheid und waren “auf Draht” und “zackig”.

Die Pause bis zum nächsten politischen Ereignis nutzten wir bei leichtem Galopp zum Besuch des nahegelegenen Brandenburger Tores, ein Ort der Begegnung. Wir waren nicht allein, sondern von Touristen aus aller Welt umgeben.

Brandenburger Tor (Mittelpunkt deutscher Geschichte, heute auch Ort der Begegnung)

Pünktlich trafen wir um 14:30 Uhr zum Sicherheits-Check vor dem Bundestag/Reichtag ein. Denn jetzt sollte der Gang in die heiligen Hallen deutscher Politik erfolgen. Leider war die Besichtigung des Plenarsaals, also dem Zentrum demokratischer Macht, aus baulichen Gründen verwehrt, so dass wir uns in einem Nebengelass mit einer Gruppe von Schülern – wir, die grauen Panther links, sie, die jungen Wölfe rechts – zusammendrängen mussten.

Einchecken in den Bundestag

Der inhaltlich ausgewogene Vortrag über Geschichte und Bedeutung des Bundestages/Reichtages war leider durch die mangelnde Qualität des Vortragenden gemindert (wenig Emotion, wenig Humor, kein Lacher). Im Gegensatz zu dem “netten Kerl” beim BND hat dieser es nicht geschafft, die Meute zu begeistern. An einigen Stellen war es regelrecht einschläfernd (es war ja auch die übliche Zeit für einen Mittagsschlaf).

Mich hat nur eine Frage wachgehalten: “Wann gibt’s denn hier den Kaffee, eh?” Aber diese Frage kam nicht.

Fluchtartig haben wir diesen Tatort verlassen und uns dem nächsten Abenteuer gestellt, und das war natürlich das zweite Highlight.

Plenarsaal des deutschen Bundestages

Herr Dr. Jan-Marco Luczak hat uns empfangen, stand – wie eingangs schon geschildert – auf der Bühne vor uns und hat uns herzlich begrüßt. Seine stets erfrischende und offene Art hat uns wieder Mut gemacht, seinem Angebot, Fragen zu stellen, zu diskutieren und, und … mit Engagement zu begegnen. Und es gab viele Fragen, zumal die beiden Schwerpunkthemen (1) orientalische Clans und (2) Mietpolitik jeden von uns emotional bewegten.

Herr Dr. Luczak hat alle Fragen mit der politischen Intensität – wie wir sie uns immer wünschen – beantwortet, hat Erfolge und Zwänge geschildert, hat auch den politischen Alltag in all seinen Farben dargestellt und uns wissen lassen, dass politische Prozesse in einer Demokratie nicht nur Zeit beanspruchen sondern auch das Stehvermögen einzelner Kämpfer erfordern.

Er hat uns damit aber auch den Eindruck vermittelt, dass er in seiner Funktion als MdB und Jurist Aufgaben in unserem Sinne erfolgreich erledigen und sich damit für die Umsetzung unserer Interessen einsetzen möchte. Wir wünschen ihm für diese Herausforderung weiterhin gutes Gelingen und standhaftes Eintreten.

Die Diskussion, zu der uns Herr Dr. Luczak aufgefordert hat, zeigte, dass vernünftige Politik nicht immer den geraden Weg gehen kann oder den Sieg guter Ideen erwartet, sondern immer auch ein Wandeln “um die Ecke” und das Ergebnis guter Kompromisse sucht.

Zwischen den Veranstaltungen gab es natürlich das gewohnte Foto-Shooting. Die gesamte Mannschaft hat sich zusammen mit Herrn Dr. Luczak dem Fotografen gewissermaßen hingegeben.

Nach diesem sehr bewegenden Exkurs in praktische Politik folgte des Amüsements zweiter Teil: Eine Fahrt auf dem bekannten Musikdampfer der Reederei BRUNO WINKLER führte uns auf dem “innerstädtischen Pudding” (was das wohl heißen mag) vom Nachmittag in den Abend hinein.

“Es gab endlich wieder etwas zu essen und zu trinken”, werden einige erfreut geäußert haben. Andere haben es vielleicht nur gedacht und sich mehr des gemeinsamen Erlebnisses erfreut.

Um 20:30 Uhr war der erfolgreiche Tag zu Ende. Wir müssen gestehen, dass wir ganz schön geschafft waren. Viele neue Eindrücke, viel neues Wissen und viel Bewegung!

         Aber nicht jammern sondern kämpfen!

Ganz gleich, trotz unterschiedlicher Inhalte war dieser Tag – wie viele andere – ein Tag der Gemeinsamkeit. Wir waren mit anderen Leuten sozusagen unter uns. Und so soll es bleiben.

Organisationsteam

– Abteilung Gesundheitssport –

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