Chronik

Chronik – kurz und bündig

Um auch ungeduldigen und stressgeplagten, von der Zeit getriebenen Sportfreundinnen und Sportfreunden die Möglichkeit zu geben, sich mit der Vereinsgeschichte vertraut zu machen, hier als Überblick eine ganz besondere „Rückblende“:

1894     Gründung des Männerturnvereins „Frisch Auf“
6. Mai 1897 „Frisch Auf“ Mitbegründer des „Großbeerener Schlachtfeldgaues“ (Turngau)
1903     VII. Gauturntag des „Großbeerener Schlachtfeldgaues“ in Lichtenrade
1904     Stiftungsfest; Gründung einer Gesangsabteilung
1905     Weihe der Vereinsfahne von „Frisch Auf“
18. Juni 1908 Gründung des Turnvereins „Friesen“ in Lichtenrade
1910     XIV. Gauturntag des „Großbeerener Schlachtfeldgaues“ in Lichtenrade
1913     Gründung einer Damenabteilung
1914     Beginn des 1. Weltkrieges, erster Toter von „Frisch Auf“
25. Oktober 1919 Zusammenschluss von „Frisch Auf und „Friesen“ zur Turngemeinde Lichtenrade
6. Mai 1924 Grundsteinlegung zum Kriegerdenkmal
1925     Wettkampfmäßiger Handball in der Turngemeinde Lichtenrade
1928     Straßenbahn nach Lichtenrade
1. Oktober 1930 Wettkampfmäßiger Faustball in der Turngemeinde Lichtenrade
1933     Schüler- und Jugendabteilung muss aufgelöst werden
1934     Heimatfest in Lichtenrade, 40. Stiftungsfest der Turngemeinde Lichtenrade
1936     Olympische Spiele in Berlin
1939     Ausbruch des 2. Weltkrieges, nur noch eingeschränkter Sportbetrieb
1945     Ende des 2.Weltkrieges, Auflösung der Turngemeinde Lichtenrade
1945     Sport nur auf kommunaler Ebene möglich
1947     Antrag auf Gründung des VfL Lichtenrade
1949     Lizensierung des VfL Lichtenrade
1. August Gründungsversammlung des VfL Lichtenrade
8. Oktober 1952 Jungmädchen-Handballmannschaft erringt die ersten Meistertitel; Fußballabteilung gründet wieder den Lichtenrader Ballspiel Club 1925
1954     60. Stiftungsfest mit Festwoche
1955     Basketball-Mädchen Deutscher Jugendmeister
1956     Basketball-Damen erstmalig Berliner Meister
1957     50 Jahre Ulrich-von-Hutten-Schule, Doris Fiedler (heute Doris Podlowski) wird Berliner Studentenmeisterin im Waldlauf
1959     Basketball-Damen Berliner Meister (viele Titel sollten noch folgen)
1969     Basketball-Damen Deutscher Meister (Europapokal-Teilnahme), 75. Stiftungsfest des VfL Lichtenrade
1970     VfL Lichtenrade hat über 1000 Mitglieder
1972     1. Sportschau in der Sporthalle am Columbiadamm
1974     2. Sportschau in der Schöneberger Sporthalle
1975     600 Jahrfeier von Lichtenrade; Trampolinspringer Berliner Mannschaftsmeister (viele werden noch folgen)
1976     Männliche B-Jugend Berliner Handballmeister
1977     Unser 1. Vorsitzender Reinhold Meyerhof erhält das Bundesverdienstkreuz
1978     Handballschüler werden Berliner Meister (es folgen viele Titel im Jugendbereich); Trampolinspringer werden Berliner Meister im Einzel- und Synchronspringen; erstmals findet der Lichtenrader Lichtermarkt statt
1982     Männliche A-Jugend Deutscher Handballmeister
1983     Reinhold Meyerhof gibt das Amt als Vorsitzender (seit 1949) ab und wird Ehrenvorsitzender, Bernd-J. Dolling wird neuer 1. Vorsitzender; Handball-Männer Berliner Meister (Aufstieg in die 2. Bundesliga)
1984     90. Stiftungsfest mit Festumzug; 1. Lichtenrader Meile (Volkslauf)
1986     Jens Grunert wird 1. Vorsitzender des VfL Lichtenrade
1987     Deutsches Turnfest in Berlin; 750 Jahrfeier Berlins
1989     Vertrag über Vereinsheim „Georg-Kriedte-Haus“, Maueröffnung in Berlin
1992     Eröffnung des VfL-Vereinsheimes
1993     10. Lichtenrader Meile; Tod von Reinhold Meyerhof
1994     100. Geburtstag des VfL Lichtenrade

Das letzte Jahrzehnt 1984 – 199
Nach dem generationsbedingten Führungswechsel an der Spitze des VfL kam für den neuen Vorstand mit der 90-Jahrfeier 1984 gleich eine große Bewährungsprobe. In Verbindung mit dem Frühlingsfest der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße fand ein großer Umzug der Lichtenrader Vereine durch die Straßen Lichtenrades mit dem Ziel Reiterverein am Schichauweg statt. Gleichzeitig wurde die erste Lichtenrader Meile als Straßenlauf durchgeführt. Dieser inzwischen traditionelle Volkslauf wurde ab 1985 gemeinsam mit dem SSVL veranstaltet. Alle diese Aktivitäten trugen in erster Linie die Handschrift des neuen 1. Vorsitzenden Bernd-J. Dolling, der mit neuen Ideen und viel Ehrgeiz an diese Aufgaben heranging. So war es seiner Initiative zu verdanken, dass der VfL ab April 1983 wieder eine Vereinszeitung herausgab. Die Betriebsrechte der nach wie vor im Besitz der Reichsbahn befindlichen S-Bahn wurden der BVG übertragen, sodass die S-Bahnlinie nach Lichtenrade weiter in Betrieb blieb. Das Jahr 1985 brachte unseren Handballern den zweiten Aufstieg in die 2. Bundesliga, diese konnte aber auch diesmal nicht gehalten werden. Im Jahre 1986 vollzog sich ein erneuter, einschneidender Wechsel in der Führungsmannschaft des VfL Lichtenrade. Da Bernd-J. Dolling aus beruflichen Gründen nicht die Kontinuität der Vorstandsarbeit gewährleisten konnte, trat er als 1. Vorsitzender zurück und mit ihm andere lang gediente Vorstandskollegen. So trat der neu gewählte 1. Vorsitzende Jens Grunert mit stark veränderter Vorstandsmannschaft an. Als Anerkennung für die geleistete Arbeit erhielten mehrere ausgeschiedene Vorstandsmitglieder Ehrungen durch den Verein. Ein großes Jahr für die Berliner war 1987. Alle Berliner feierten gemeinsam den 750. Geburtstag der Stadt und die Sportler im freien Teil Berlins waren Ausrichter des Deutschen Turnfestes. Hieran nahmen auch Mitglieder des VfL teil. Unsere Tanz- und Turnmädchen waren bei den beeindruckenden Gruppenvorführungen der Eröffnungs- bzw. Abschlussveranstaltung im Olympiastadion dabei. In Lichtenrade erfolgte die Grundsteinlegung für das Gemeinschaftshaus Lichtenrade, womit der Ortsteil in absehbarer Zeit einen repräsentativen Veranstaltungsraum bekommen sollte. Das Jahr 1989 brachte wiederum den Aufstieg unserer Handball-Männer in die 2. Bundesliga, allerdings sollte es sich auch hier nur um ein kurzes Gastspiel handeln. Der Herbst mit seinen ereignisreichen Tagen in der noch existierenden DDR brachte mit der Grenzöffnung allgemein und insbesondere am 10.11. gegen 18:00 Uhr in Lichtenrade am Kirchhainer Damm eine neue Zeitrechnung für die Bewohner. Verstopfte und Trabbi-Abgas geschwängerte Straßen gehörten von nun an zum Alltagsbild in Lichtenrade. Unsere Mitglieder waren dabei als es hieß, die neuen Nachbarn und Gäste zu bewirten und wir waren auch bemüht, mit den Sportvereinen im Umland, dem ehemaligen Kreis Teltow, Kontakt zu bekommen. Dies war, wie noch heutige Freundschaften zeigen, uns schon im November gelungen. Zum Hauptereignis für den Verein wurde der 16.03.1989, als die Unterzeichnung eines Mietvertrages mit dem Bezirksamt über die Nutzung des Georg-Kriedte-Hauses als Vereinsheim gemeinsam mit dem SSVL vollzogen wurde. Diese schwerwiegende Entscheidung bedeutete für alle Mitglieder, kräftig mit anzupacken und gemeinsam das ehemalige Seniorenheim umzubauen. Im Jahre 1992 war es dann soweit, nacheinander konnten die Vereinsheimgaststätte, die Sauna, der Fitnessraum, die Übernachtungsräume und Anfang 1993 die Jugend- und Allgemeinräume eingeweiht werden. Mit der Währungsunion zum 01.07.1990 und der formalen Wiedervereinigung am 03.10. war wieder ein grenzenloser Sportverkehr möglich. Unsere Sportler mussten sich erst daran gewöhnen, dass Spiele im Ostteil unserer Stadt oder im Umland etwas Normales waren. Das im Januar 1990 durchgeführte Ingeborg-Zindler Volleyball-Turnier wurde zu einer Veranstaltung, an der sich „Ostvereine“ reihenweise beteiligten. Drei Lichtenrader Mannschaften wurden Berliner Meister im Handball der Schulen. Dass in Lichtenrade seit eh und je gut Handball gespielt wird, ist im Berliner Sport bekannt. Die Schulen helfen aktiv mit, den Boden für ein gedeihliches „Handballklima“ in diesem südlichen Ortsteil Berlins zu schaffen. Die betreuende Sportlehrerin und ihre beiden männlichen Kollegen stimmten darin überein, dass die Siege ihrer Schüler und Schülerinnen vor allem auf die gute, kameradschaftliche Mannschaftsleistung zurückzuführen sind. So soll auch kein einzelner Spieler besonders genannt werden. In 50 Jahren werden vielleicht einige Lichtenrader Großmütter und Großväter – wenn sie beim Kramen in alten Erinnerungsstücken wieder auf die kleine Siegerschleife mit dem Eichenblatt stoßen – zu ihren Enkelkindern sagen: „Ja, damals, als wir 1967 Berliner Schulmeister wurden…“

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