Auch dieses Jahr startete unsere erste Herrenmannschaft in der Berliner Landesliga. Mit großer Motivation und einem breiten Kader ging man in die Saisonvorbereitung. Nach Abgang des langjährigen Trainers Stefan Kägeler konnten mit Karsten Mairose als Headcoach und Klaus Schille als Co-Trainer zwei bei der Mannschaft anerkannte Personen gewonnen werden, die mit ihrer Erfahrung und Kompetenz ein wichtiger Baustein für den Saisonverlauf werden sollten. Neben im Herrenbereich erfahrenen Spielern sollten junge Aufrücker aus der u20-Mannschaft integriert werden und somit eine Verjüngungskur vollzogen werden. Sowohl die intensive Vorbereitung als auch ein erstes Zusammenspielen beim Jahrmarktsturnier in Bad Kreuznach stimmten die Beteiligten positiv für die anstehende Saison.
Der Saisonstart verlief jedoch denkbar schlecht. Mit den Berlin Tiger und Hellas Basket hatte man gleich in den ersten beiden Spielen die beiden späteren Aufsteiger vor der Brust und verlor gegen physisch starke Mannschaften deutlich. Die Niederlagen in der noch jungen Saison sorgten für einige hängende Köpfe, sodass man auch weitere Spiele in der Hinrunde verlor und sich die Stimmung innerhalb der Mannschaft verschlechterte. Ein Lichtblick der Hinrunde war der Erfolg in der Fremde bei der SG Einheit Pankow, wo man einen 17-Punkte-Rückstand 10 Minuten vor Schluss noch zu einem Ausgleich bringen konnte und den Gegner letztlich mit einer nervenstarken Leistung in der Verlängerung besiegte. Eine deutliche Niederlage gegen DBV Charlottenburg und ein vermeidbarer Misserfolg gegen BSSC Germania ließen das Momentum schnell verpuffen. Zur Hälfte der Saison fand man sich in der Abstiegszone der Tabelle wieder. Des Weiteren verließen mit Jannik Lüttge, Kadir Aktas und Patrice Balamou drei der erfahrenen Spieler die Mannschaft, um teilweise bei anderen Vereinen neue Herausforderungen zu suchen. Was von Außenstehenden vielleicht als hoffnungslose Situation in Anbetracht des Tabellenplatzes und der anstehenden Rückrunde hätte betrachtet werden können, war vor allem für die jungen Spieler ein Neuanfang, die nun ihrerseits Verantwortung übernehmen konnten und mussten. Die Stimmung in der Mannschaft besserte sich deutlich, auch gute Leistungen gegen die mittlerweile als Favoriten deklarierten Berlin Tiger und Hellas Basket sorgten für ein neues Mannschaftsgefühl. Man traf sich nun auch mal neben dem Spielfeld und lernte auch andere Seiten seines Spiel- und Trainingspartners kennen. Diese Entwicklung wurde auch von der restlichen Abteilung und dem Mannschaftsumfeld gewürdigt, immer mehr Zuschauer fanden den Weg zu den Heimspielen der Mannschaft, wo man auch durch die großartige Unterstützung den Erfolg gegen die Reinickendorfer Füchse oder den 55:54-Sieg gegen SG Einheit Pankow feiern konnte. Letzterer sicherte bereits zwei Spiele vor Schluss den Klassenerhalt.
Schlussendlich sprang mit einem 81:48-Sieg gegen BSSC Germania gar noch der sechste Platz heraus, den sich die in der Rückrunde aufgelaufene Mannschaft mit ihren Leistungen verdient hat. Somit wird auch im nächsten Jahr der VfL Lichtenrade in der Landesliga spielen und probieren weiterhin mit dem jungen Personal an die Rückrunde der vergangenen Saison anzuschließen.
Daniel Meyn