Busfahrt des Gesundheitssportes am 19.05.2015

Was haben der Bismarkhering und das Fürst-Pückler-Eis gemeinsam?

Beide verdanken ihren Namen dem Wohlgeschmack fürstlicher Genießer.

Während Otto von Bismark den besonders pikant eingelegten Hering lobte, ansonsten aber Wegweiser für Preußens Politik war, schuf der Namensgeber der Dreifach-Eis-Spezialität etwas für das Auge und die Seele: Den Schloßpark zu Muskau und den Branitzer Park bei Cottbus.

Unser Ausflug führte uns diesmal nach Bad Muskau, nicht um das schon erwähnte Eis zu naschen, sondern um einen großartig gestalteten Landschaftspark kennen zu lernen.

Zur Überbrückung der knapp zweistündigen Fahrt gab es von der Reisebegleiterin Frau Wodke Interessantes und Vergnügliches über Fürst Pückler und seinen mit Besessenheit betriebenen Gartengestaltungen.

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Zuerst ging es dringend zur Besichtigung der „Keramik-Ausstellung“ in das Schloss. Streng nach guter alter Sitte getrennt, verteilten sich die Herren in den 1. Stock, die Damen dagegen in den 2. Stock.

So lernten alle schon ein wenig das Schloss von innen kennen. Nach dieser Erleichterung konnten wir dann viel besser den weiteren ausführlichen Erklärungen zum Park und seinen Besonderheiten lauschen.

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Nun setzte sich die Gruppe gemächlich in Bewegung. Der Spaziergang begann im Unterpark, vorbei an großen alten Bäumen. Dieser Parkteil erstreckt sich hauptsächlich zwischen Bad Muskau und der Staaten abgrenzenden Neiße. Auffällig waren die Sumpfzypressen mit ihren zwergenähnlichen Luftwurzeln. Nach dem Durchqueren des Schlossvorwerkes mit seinen historischen Wirtschaftsgebäuden erreichten wir an der Doppelbrücke die Neiße.

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Hier an der Grenze zum polnischen Nachbarn begrüßten uns zwei voll besetzte Kutschgespanne mit kräftigen Kaltblutpferden. Wir gingen aber zu Fuß weiter in den Oberpark auf der polnischen Seite. Die weiträumigen Wege erlaubten immer wieder herrliche Durchblicke zum stolzen Neuen Schloß Muskau.

Ein Gedenkstein für den Parkgestalter Fürst Pückler thronte auf einem kleinen Hügel. Es war als würde der Fürst seinen malerisch schön angelegten Park von hier aus für ewig genießen.

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Mitten im Gelände an einer Senke betraten wir die Prinzenbrücke. Sie ist nach englischem Vorbild, so wie alle Bauwerke im Park, gestaltet worden.

Kurz darauf ergab sich wieder der Ausblick auf die Neiße mit einem weiteren Bauwerk, der Englischen Brücke.

Bei einer kurzen Verschnaufpause an den Grundmauern des ehemaligen Englischen Hauses gab es zusätzliche Erläuterungen zur Parkgestaltung.

Wieder bergab, über die schon erwähnte Englische Brücke hinweg, betraten wir im Unterpark den Eichgarten. Er ist verspielt gestaltet mit einem, von der Neiße abgezweigtem Bachlauf, Wasserfall und Teichen.

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Ein Naturwunder konnte noch wie durch einen Tunnel unterquert werden: Es war eine, in ihren Ausmaßen einzigartige, riesige Strauchkastanie.

Am Ende des ausgedehnten Parkrundganges erfreuten prächtig blühende Rhododendronbüsche, sowie die auffällige blaue Fuchsbrücke über die Hermannsneiße, unsere nun schon langsam müde gewordenen Augen.

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Zur Stärkung konnten wir uns im Kulturhotel Fürst Pückler Park niederlassen. Die vorbestellten Essen waren durchweg lecker. Nur das Bezahlprozedere gestaltete sich etwas chaotisch.

Nach dieser Erholungspause machte sich eine kleine Schar nimmermüder Wanderer noch auf, um mit Frau Wodke den kleineren Teil der Muskauer Parklandschaft, den Bergpark, zu ergründen.

Belohnt wurde der Aufstieg über 100 Stufen mit einem herrlichen Blick auf das Neue Schloß und den Ort Muskau.

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Wir entdeckten noch im angrenzenden Badepark die alten Kuranlagen mit dem Hermannsbad. Zur Zeit werden auch hier aufwendige Restaurierungsarbeiten durchgeführt.

Der Rundgang endete an der Neiße mit der Staaten verbindenden modernen Postbrücke. Von dort aus ging es dann zurück zum Marktplatz, wo unser Bus schon bereit stand.

Bei wechselhaft sonnigem bis trübem Himmel war es wieder ein gelungener Ausflug, für den ich mich als Gast ganz herzlich bedanke.

Bericht und Fotos von Jürgen Fritsche.

 

 

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